Musik, Magie & Medizin
2. Teil
von Lutz Berger


Dr. Valerie Hunt, ehemalige Professorin der Physiologie am UCLA, untersuchte fünfundzwanzig Jahre die menschliche Aura. Mit telemetrischer Electromyographie, Fourier-Analysen und anderen Verfahren entdeckte sie die Frequenzen der einzelnen Farben, übertrug sie in den hörbaren Bereich und produzierte eine Kassettenserie, die auf den Frequenzen unserer Aura aufbaut. Jack und Arden Wilken verbrachten zwanzig Jahre mit der systematischen Erforschung therapeutischer Tonfolgen und stießen dabei auf fünfzig verschiedene Motive, Klänge und Rhythmen für unsere Gesundheit. Und der russische Quantenphysiker Yury Khronos behauptet, 50 verschiedenen Chi-Patterns als unhörbare, aber umso wirksamere Energie auf Kassette aufnehmen zu können. Ist Yury Khronos überhaupt Quantenphysiker, gibt es musikalische Formeln für die Gesundheit, kann man die Farben seiner Aura anhören und spielt das alles eine Rolle?

Zwei Seiten einer Medallie
Während sich die erste Folge von "Musik, Magie & Medizin" mit MusikMedizin und Musiktherapie beschäftigte, steht die zweite ganz im Zeichen innovativer Klangtherapien. Jenseits des wissenschaftlichen Mainstreams entstand in den letzten Jahren eine Fülle neue Verfahren, darunter Techniken wie Signature Sounds, Vital Energy, Higher Dimensions of Healing, die chinesiche Musiktherapie nach den fünf Elementen, vedic music, Lambdoma Matrix, Klangtherapie und Musical Biofeedback. Das Spektrum reicht von synthetischen Sphärenklängen über ethnische und klassische Musik bis hin zu mathematisch berechneten Klängen mit, undohne Sprache. Und da die Abwesenheit eines Beweises noch kein Beweis für seine Abwesenheit ist, drängen immer neue Entspannungs -, Motivations - und Gesundheitskassetten auf den Markt.

Diese sprunghafte Zunahme hat zwei Seiten. Einerseits bietet sie Raum für unorthodoxe Ideen, den die klassische Wissenschaft nur bedingt anbietet. Auf der anderen Seite lauert - wie im richtigen Leben - die Gefahr, auf Betrüger und Übertreibungen, halbfertige Entwicklungen und unbewiesene Behauptungen hereinzufallen. Micky Reman über innovative Klangtherapien auf der "Power of Sound Conference", 1996 auf Hawaii:

"Dieses Genre, obwohl alles andere als offiziell, ist schon jetzt reich an reizvollen Beispielen, bei denen auch irgendetwas immer fantastisch funktioniert. Da werden die Wirbel der Wirbelsäule mit den Tönen der Tonleiter korreliert, da werden - in ca. zehn sich wiedersprechenden Versionen - Chakren, Töne und Farben auf einander bezogen oder es werden die Elipsen der Planeten und die Spiralen der DNS vertont und auf Entsprechungen zu den Liedern von Galle, Milz und Leber überprüft. Die zugrundeliegenden Systeme sind ihren Begründern häufig unter visionär- meditativen Umständen erschienen und wurden dann auf beeindrucken-de bis abschreckende Logarithmentafeln und Welterklärungsmodelle gebannt."

Ob diese "magischen Technologien" in Zukunft einen breiteren Raum in unserem Gesundheitswesen einnehmen, wird sich zeigen. Die Chancen stehen nicht schlecht; auch wenn sich manchem Mediziner und Musiktherapeuten der Magen umdreht - gegenüber dem Sog dieser mitreißenden Bewegung sind sie machtlos.

Physikalische und emotionale Resonanz
Wie können einfache Phänomene wie Schallwellen eine derart starke Wirkung auf uns haben?
 Gesundheit und Frequenzen
"Seit über zwei Jahrzehnten gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass der Körper ein eigenes Energiefeld elektromagnetischer Natur besitzt und dass dieses elektromagnetische Feld den biochemischen Steuer- und Regulationsvorgängen übergeordnet ist. Eine Krankheit zeigt sich demnach zuerst in einer Veränderung der übergeordneten elektromagnetischen Steuerungsebene, bevor sie sich physisch manifestiert, wie z. B. in Form von Schmerz und/oder Funktionsbeschränkung ... Die pathologischen Veränderungen in dieser übergeordneten Steuerungsebene wollen wir als komplexe Störschwingungen bezeichnen. Die Störschwingungen sind, wie bereits beschrieben, "Stehende Wellem", die das natürliche Feld des Körpers beeinflussen und dann auf der physischen Ebene körperlich sichtbare Veränderungen hervorrufen können ... Die Grundlagen einer Krankheit sind in diesem Sinne in den von stehenden Wellen herrührenden Fehlregulationen zu sehen. Durch Ausleitung dieser "Stehenden Wellen" oder "komplexen Frequenzmuster" erfolgt eine Verbesserung der Gesundheit, wenn nicht sogar eine Heilung."
S. Kiontke in "Naturheilpraxis"
 
Klangforscher und Wissenschaftler sind sich weitgehend einig hinsichtlich physikalischer und emotionaler Resonanzeffekte: Musik wird im Körper zu Information und Energie umgewandelt, bestimmte Rhythmen haben die Kraft, körpereigene Regelkreisläufe anzustoßen und zu "re-harmonisieren". In diesem Sinne wird Musik erfolgreich bei Herz-Kreislaufproblemen, gegen Stress, Schmerzen, Schlafstörungen und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen eingesetzt.

Emotionale Resonanz, die Wirkung von Musik auf unsere Gefühle, kennt jeder aus eigener Erfahrung. Musik kann Stimmungen verändern und steht damit in engen Zusamenhang mit unserem psycho-neuro-endokrinologischen Haushalt, mit Befindlichkeit, Körperhaltung und Immunsystem. Sie ist eng mit unseren persönlichen Vorstellungen und Vorlieben verbunden, das persönliche Erleben entscheidet wesentlich über die Qualität der Resonanz. Hat Musik an sich weniger Einfluß auf als unsere persönliche Reaktion auf sie?

Jein! Der Klang selbst ist Heilkraft und nicht nur der Arzt und Ayurveda-Kenner Deepak Chopra ist überzeugt, dass "Musik die Harmonie wiederherstellen, die Elemente und Kräfte ausgleichen kann, die Basis der Struktur von Information und Energie."
 Eine schwingende, vibrierende Realität
"Eigentlich können wir unsere ganze Realität mit Klang der einen oder anderen Art in Verbindung bringen, denn es ist eine schwingende, vibrierende Realität, in der nichts statisch ist. Vom Atomkern angefangen, der mit ungeheurer Geschwindigkeit schwingt, kann man in jedem Elektron und in jedem Molekül Schwingungswerte finden, die für die jeweilige Einheit charakteristisch sind. Bei Luft, Wasser und festen Stoffen wirken die Vibrationen nur auf die nähere Urngebung ein und können als "Klang" bezeichnet werden. Sind es elektromagnetische Felder oder Schwerefelder, dann pflanzt sich die Störung schneller und weiter fort. Doch auch hier kann man von "Klang" sprechen, obwohl es ein Klang anderer Art ist,da er sich mit Licht geschwindigkeit bewegt."
Itzhak Bentov: (Auf der Spur des wilden Pendels)
 
Auf der subatomaren Ebene sind Materie und Energie austauschbar, "alle Quanten bestehen aus unsichtbaren Schwingungen - einer Art schemenhafter Energie - die darauf wartet, eine physische Form anzunehmen. Laut Ayurveda trifft das auch auf den menschlichen Körper zu. Dieser entsteht zunächst in Gestalt intensiver Quantenfluktuationen, bevor er sich zu Energieimpulsen und Materieteilchen verdichtet." Heilende Musik, so Chopra, nimmt damit direkt Einfluß auf die Zyklen unserer Natur und ihre drei Eigenschaften: Bewegung, Struktur und Transformation. "Es ist das gleiche Prinzip, das auch die Elemente hervorbringt: Luft symbolisiert Bewegung, Feuer Transformation und Wasser die Struktur. "

Immer häufiger jonglieren (nicht nur) Klangforscher ekklektizistisch mit Konzepten von Planck bis Pythagoras, was traditionelle Wissenschaftler eher für bedenklich halten. Sie befürchten den common sense und die Anbindung an die scientific community zu verlieren. Der Physiker Frank Oppenheimer hält dagegen: "Wenn man sich eine neue Denkweise zu eigen macht, warum sollte man sie dann nicht auf alles anwenden, was einem in den Sinn kommt? Es macht nicht nur Spaß, sondern bringt einen oft weiter und kann zu neuen, wichtigen Einsichten verhelfen".

Kymatik und kymatische Instrumente
Ein Beispiel für unterschiedliche Betrachtungsweisen ergibt sich aus der Kymatik. Der Schweizer Arzt Dr. Hans Jenny untersuchte viele Jahre die Auswirkungen von Klang auf Wasser, Plastik, Sand und Staub und zeigte, wie sich anorganische Stoffe unter bestimmten Frequenzen zu geometrischen und biologischen Formen arrangieren. Wissenschaftler betrachten Jenny´s Arbeit weitgehend unter ästhetisch-interessanten Gesichtspunkten, Klangtherapeuten erkennen darin harmonikale Archetypen der Natur. Die Muster erinnern an Zebrastreifen und Schildkrötenpanzer, Organe und Seeigel, Unterwasserlandschaften, Mandalas und geometrische Figuren. Musik kann aus Materie Ordnung generieren - Zufall oder Weltformel? Dr. Hans Jenny: "Zweifellos gleichen die harmonischen Figuren der Physik immer dann, wenn sie die Organisation betreffen, den harmonischen Mustern der organischen Natur. Wir haben die sichere Gewißheit, dass harmonische Systeme wie die, die wir mit unseren Experimenten sichtbar gemacht haben, aus Schwingungen in Schwingungen in Form von Intervallen und harmonikalen Frequenzen entstehen. Dies ist unbestreitbar ... Wenn biologische Rhythmen mit denen ihnen eigenen intervallähnlichen Frequenzen generativ tätig werden, müssen notwendigerweise harmonische Muster entstehen".

Der englische Chiropraktiker Dr. Peter Guy Manners war von den Bildern so berührt, dass er eigene Untersuchungen anstellte. So entstand das "kymatische Instrument", ein computergesteuerter Klanggenerator mit hammerähnlichen Vibrator (Transducer) zur Übertragung. Der Klang setzt sich aus den Obertönen von fünf verschiedenen Frequenzen zusammen, die Manners individuell zusammenstellt. Krankheit bedeutet für Dr. Manners eine Störung der Harmonie - und erfordert eine entsprechende Behandlung: "In einem gesunden Organ arbeiten die Moleküle harmonisch zusammen und haben dieselbe Struktur. Wenn das Organ anderen Klangmustern ausgesetzt wird, kann dies zu einer Störung der harmonischen Beziehung führen. Wenn die eindringenden Frequenzen schwach sind, werden sie von den stärkeren Frequenzen des Organismus überwunden. Wenn aber die eindringen Frequenzen stärker sind, etablieren sie ihr disharmonisches Muster in dem Organ, dem Knochen oder dem Gewebe, und das bezeichnen wir dann als Krankeit. Wenn daher die Behandlung ein Oberton-Frequenzmuster enthält, das die Organe stärkt, werden die eindringenden Schwingungen neutralisiert und das für dieses Organ korrekte Muster wiederhergestellt. Dies müßte eine heilende Wirkung haben."

Welt = Harmonie + Zahl ?
Heilung durch Harmonie? Der Musiker und Philosoph Dame Rudhayr schreibt, dass es falsch sei, sie mit Einheit gleichzusetzen: "Die griechische Wurzel (harmos) verweist auf den Vorgang, Objekte zu verbinden, die vorher getrennt waren. Will man eine konsonante Harmonie schaffen, muß man die Eigenschaften der verwandten Materialien bis zu ihrer gemeinsamen Quelle zurückverfolgen." Dabei kommt man an dem griechischen Philosophen Pythgoras nicht vorbei. Über den Zeitgenossen Buddhas, wahrscheinlich 570 v. Chr. auf Samos geboren, soll das Orakel von Delphi gemunkelt haben, er sei "auserwählt, den Menschen Schönheit, Harmonie und Weisheit zu bringen". Historisch gesicherter sein Credo, das von Aristoteles überliefert wird: "Die ganze Welt ist nur eine Harmonie und eine Zahl". Das daraus Dutzende von wiedersprüchlichen Zahlen abgeleitet werden, mag mit daran liegen, dass Pythagoras selbst nur zwei Briefe hinterließ. Alles andere, was wir von und über ihn wissen, stammt aus jüngeren Quellen und Überlieferungen ...

Mathematik galt ihm als Verbindung zwischen Geist und Schöpfung; der gesamte Kosmos schien in der idealen Form der Zahlen eingefaltet. Nirgends, so Pythagoras, läßt sich der Zusammenhang zwischen Realität und Metaphysik besser erkennen als in der Musik. Am Monochord, einem einfachen Instrument, dass aus einer Saite, einem beweglichen Steg, Resonanzboden und Meßskala bestand, demonstrierte er elegant die Einheit von Musik und Mathematik, oben und unten, Materie und Energie.

Das Geheimnis des Monochords: Durch mehrfaches Halbieren der Saitenlänge entstehen melodische (Ober)Töne, ausgedrückt in ganzen Brüchen: Der Ton einer halbierten Saite ergibt die Oktave (1:2), teilt man die Strecke erneut durch 2, entsteht eine Quint (2:3), dann die Quart (3:4), die große Sext (3:5), die große Terz (4:5) - immer gehen Musik und Zahl harmonisch Hand in Hand. Und exakt die gleichen Zahlen findet man überall in der Natur: In den Proportionen unseres Körpers, den Schlafrhythmen und Herztönen, im Periodensystem der Elemente, in den Abständen der Elektronenschalen, der Bildung von Pflanzen und Blüten, in Kohlestoffatomen und Kristallgittern, in der Dichtkunst, der Musik, der Malerei und Architektur.

Pythagoras ging damit weit über das mathematische, geometrische, musikalische und philosophische Verständnis seiner Zeit hinaus. Die harmonikalen Messungen galten als Manifestation kosmischer Prinzipien und Pythagoras wurde nie müde daraufhinzuweisen, dass die Musik des Monochords spirituelle und heilende Energie freisetzen kann. Leider gab er seine Erkenntnisse nur mündlich an ausgewählte Schüler weiter und bleiben, bei aller Faszination für das Thema, zwei entscheidendes Fragen offen: Was wissen wir genau über die Mathematik der perfekten Harmonie und hat die Harmonik, abgesehen von ihrem historischen Wert, für uns ein praktisches, wissenschaftliches Interesse?

Das Alphabet des Herzens
Viele Klangtherapeuten vermuten, dass - nach harmonikalen Gesetzen komponierte - Musik die Trennung von Geist, Seele und Materie überwindet. Herzschlag und Atmung lassen sich leicht von Musik beeinflußen, Prof. Dr. Gunther Hildebrandt über die Harmonik des Herzens: "Ein Beispiel für die ökonomische Bedeutung harmonischer Frequenz- und Phasenabstimmungen ist das Verhältnis Herzrhythmus zu Eigenschwingung des arteriellen Systems. Bei einer ganzzahligen Abstimmung tritt der Blutauswurf aus dem Herzen immer die gleiche Phase der arteriellen Druckschwankungen, wobei bis zu 30 Prozent der Herzenergie eingespart werden kann".

Das ist weitgehend bekannt, doch die Entdeckungen eines harmonikalen "Alphabet des Herzens" überraschte selbst den Nobelpreisträger Karl Pribram. Das Institute of HeartMath wies in einer Reihe von EKG-Spektralanalysen eindeutig harmonikale Skalen nach, die teils an musikalische Akkorde erinnern, teils einen goldenen Schnitt aufwiesen - immer dann, wenn das Herz in liebevollen Gedanken schwingt. In solchen Erkenntnissen steckt Musik, und Doc Lew Childre vom Institute of HeartMath produzierte eine entsprechend gestimmte CD für Herz und Kreislauf, das diese Erkenntnisse berücksichtigt. Hat die Harmonik doch einen Wert?

Barbara Hero
Wer sich auf die Suche nach Antworten auf solche Fragen auf Entdeckungsreise ins Internet begibt, verbringt schlaflose Nächte zwischen Fibonacci-Kurven, platonischen Körpern und heilenden Klängen der antiken Kosmologie. Er trifft Computerwhizzards wie Dan Winter, surft durch die die Meru Foundation und das International Lamdoma Research Center, trifft Ralph Loosey David Yarrow und Barbara Hero. Die Mathematikerin, Malerin, Komponistin und Autorin produziert Videos, Kassetten, Bilder und Skulpturen nach klassischen Proportionen und gilt als fundierte Kennerin der pythagoräischen Mathematik. Micky Remann: "Barbara Hero gehört zu jenen begabten Menschen, deren Worte ich höchst fasziniert aufsauge und mitschreibe, weil ich sie im Grunde nicht verstehe, aber dennoch für rundum zutreffend halte."

Wer sie verstehen will: In zahlreichen Büchern, Artikeln, Kassetten und Videos breitet sie akribisch ihr Wissen über pythagoräische Proportionen, Formen, Intervalle und Strukturen aus. Ihre Forschungen brachten sie ins Massachussetts Institute of Technology (MIT) und auch wenn die Musik für unbedarfte Ohren befremdlich klingt, die Intervalle und Frequenzen, so Barbara Hero, haben eine präzise biologische Wirkung. Es gibt Frequenzen für Herz, Leber, Lunge und Trigeminus - ob und inwieweit diese Erkenntnisse medizinische Relevanz haben, ist noch zu beweisen. Doch konkrete Impulse für musikalische Experimente bieten ihre harmonikalen Erkenntnisse allemal.

PrimaSounds und Sri Yantras
Das gilt auch für die PrimaSounds von Arnold Keyserling (Esotera Nr. ???). Das Lebenswerk des Urenkels von Bismarck, Philosoph in der siebten Generation und Professor für Religionsphilosophie an der Universität Wien ist geprägt von dem Bemühen um eine systematische Zuordnung harmonikaler Strukturen von Zahl, Musik, Farbe und Sprache. Zur Musik hatte Keyserling stets eine hohe Affinität und das Geschenk großer Lehrer. Gurdjieff unterrichtete ihn über harmonikale Gesetze, er bekam bei dem Wiener Zwölftöner Joseph Hauer eine solide musikalische Ausbildung, von Richard Wilhelm lernte er einiges über chinesische Musik und zu phythagoräischen Studien traf er den Harmoniker Dr. Hans Kayser. Später setzte er seine musikalischen Studien in Indien fort, bereiste gemeinsam mit seiner Frau den Subkontinent auf der Suche nach neuen harmonikalen Erkenntnisen, lernte Ravi Shankar and Ali Akbar Kahn kennen, die ihn mit fremden Tonarten und einer unbekannten Musik vertraut machten. Das Ergebnis dieser jahrzehntelangen Suche sind die PrimaSounds, eine neue pentatonische Tonleiter, gespielt mit einer eigens dafür entwickelten Software, auf speziell gestimmten Synthesizern und "zur Streßminderung und Entspannung, Stärkung der Konzentration und Lebensenergie und als Auslöser für Spitzenerlebnisse".

Auch die CD "Sri Yantra" basiert auf Mathematik und Harmonik. Sri Yantras, alte hinduistische Mandalas setzen sich aus neun Dreiecken zusammen, die Gott und Welt symbolisieren. Die indische Musik ordnet ihnen entsprechende Ragas zu, die wiederum bestimmten Tageszeiten zugeordnet sind. Wird eine Raga zur rechten Zeit und mit vollkommener Kenntnis dieser Wissenschaft gespielt, dann stellt sich, so Dane Rudhyar "ein Gefühl absoluter Ruhe und innerer Zufriedenheit ein, das kaum zu schildern ist. In diesem Zustand der Vollkommenheit sollen die Ragas übernatürliche Kräfte haben ... Sie sind die Wohltäter der Menschheit, da sie viele Krankheiten des Körpers heilen. Sie verzaubern die Elemente der Natur und können Feuer und Wasser herbeirufen, kurzum, sie vollbringen Wunder." Die Sri Yantra-CD wurde ursprünglich für ein Seminar von Deepak Chopra entwickelt und komplett elektronisch eingespielt. An der Produktion beteiligt waren der neuseeländische Mathematiker und Maler Jonathan Quintin, sowie der Produzent Dr. Jefferey D. Thompson von Brain/Mind Research.

Die wohltuende Wirkung der Musik ließ Chopra keine Ruhe, er vertiefte sich in die ayurvedische Musik und entwickelte eine eigene CD-Reihe: "Klang wird im Körper in Information und Energie umgewandelt. Im Ayurveda haben wir Melodien für die verschiedenen Jahreszeiten, Tages - und Nachtzeiten und Konstitutions-Typen. Mit Bruce, einem Musiker, haben wir westliche Musik genommen, den Rhythmus, die Tempi und die grundlegenden Stilelemente naeher analysiert und dann angeschau hat, welche unterschiedlichen Typen von Musik diese verschiedenen Informations-Komponenten hervorbringen. Das Ganze basiert auf einem soliden wissenschaftlichen Verständnis, und zeigt, wie die Natur sich über inhärente Rhythmen ausdrückt. Die meiste indische Musik dient übrigens demselben Zweck."

Der Ton des Gelben Kaisers
Das gilt auch die chinesiche Musiktherapie nach den Fünf Elementen, die in Theorie und Praxis weit über das hinausgeht, was wir von anderen Kulturen kennen. Aus den Lebenserinnerungen des des Su-Ma-Tsien, zweitausend Jahre vor unserer Zeitrechnung: "Die Prinzipien der richtigen Lehren sind alle in den Tönen der Musik zu finden. Wenn die Töne richtig sind, ist das Betragen der Menschen richtig. Klänge und Musik bewegen und erregen die Arterien und Venen, kreisen durch die Lebensessenzen und verleihen dem Herzen Harmonie und Rechtschaffenheit. So bewegt die Note Kung die Milz und bringt den Menschen in Harmonie mit vollkommener Heiligkeit. Die Note Shang bewegt die Lungen und bringt den Menschen in Harmonie mit vollkommener Gerechtigkeit. Die Note Kio bewirkt die Leber und bringt den Menschen in Harmonie mit vollkommener Güte. Die Note Chi bewegt das Herz und bringt den Menschen in Harmonie mit vollkommenen Riten. Die Note Yü bewegt die Nieren und bringt den Menschen in Harmonie mit vollkommener Weisheit."

Huang-Chung, der "Ton der gelben Glocke" galt als Grundschwingung des chinesichen Reiches. Nur ein Pfeifenrohr mit einer bestimmten Länge und einem definierten Volumen konnte ihn erzeugen. Seine Länge war Grundlage der chinesischen Maße, seine Kapazität war das Maß des Raumes und die Anzahl von Reiskörnern, die hineinpaßten, galt als Grundlage sämtlicher Gewichte. Die Verbindung von Maß und Musik war im alten China so eng, dass die kaiserlichen Ministerien für Musik mit dem für Gewicht und Maß zusammenfielen.

Von China nach Heidelberg ist es musikalisch nur ein Katzensprung, von wo aus Feng Hanmei und Sören Schelten, ein junges deutsch-chinesisches Paar, traditionelle Heilkunst "China Original" nach Deutschland importieren. Darunter eine fünfteilige CD-Reihe mit der "Musiktherapie nach den fünf Elementen", über die in dem Klassiker "Der Gelbe Kaiser und die Innere Medizin" "tiefgehende Auseinandersetzungen geführt, wie Musik medizinisch eingesetzt werden kann, um die körperliche und seelische Konstitution des Menschen gezielt zu beeinflussen. Harmoniestörungen im Organsystem sollen behoben werden, um Krankheiten zu heilen. Diese Therapien beziehen sich auf die inneren Organe bzw. auf die Funktionskreise, wie sie in der Chinesischen Medizin verstanden werden. Jeder Funktionskreis hat seine ganz spezifische Bedeutung für den Gesamtorganismus und darüber hinaus seinen eigenen Charakter und seine eigenen Schwingungen. Die Schwingungen lassen sich zu fünf Typklassen zusammenfassen, welche wiederum den Eigenschaften der fünf Elemente jeweils entsprechen. Musiktherapie, wie sie "Der Gelbe Kaiser und die Innere Medizin" beschreibt, soll mithilfe der Erzeugung der entsprechenden Schwingungen die betreffenden Funktionskreise ansprechen und regulieren."

Musikalisch zeichnet für die CDs der Komponist, Musiker und Dirigent Shi Feng aus Peking verantwortlich. Er setzt sich seit Anfang der 80er Jahre intensiv mit den therapeutischen Wirkungen von Musik auseinander und arbeitet als musiktherapeutischer Berater in zwei Krankenhäusern. nach Fünf Elementen sind weder Tonart noch Rhythmus, Besetzung Tempo beliebig. Dass es dennoch immer bezaubernde bleibt, ist Herrn Shi Feng zu verdanken, über Hanmei Sören Schelten schreiben: "Die harmonisierenden Tonarten Traditionellen Chinesischen Therapiemusik entstanden auf Grundlage seiner tiefgehenden Forschungen klassischen medizinischen Werke, Erfahrungen Musiktherapeut musikwissenschaftlichen Forschungen. Seine Interpretation hat Ambition, diese modernen Errungenschaften heutiger Praxis Verbindung bringen."



Bio-Akustik und Signature Sounds
Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Signature Sounds. Mitte der Siebziger stellte die Studentin Sharry Edwards beim Abtippen eines Artikels über Tinnitus-Tests fest, dass sie auch bisweilen ungewöhnliche Töne hörte. Sie meldete sich an - und nicht nur "der Testleiter war ziemlich überrascht, dass ich Töne hören konnte, die weit über seinen eigenen Wahrnehmungsbereich hinausgingen. Dann bat er mich, diese Töne mit meiner Stimme nachzumachen. Als ich es tat, ging er in die Knie und als ich aufhörte, bekam er einen Kreislaufkollaps."

Inzwischen sind solche Kinderkrankheiten behoben und zahlreiche Therapeuten arbeiten mit Signature Sounds, der Klangtherapie von Sharry Edwards.

 Pflanzenmusik und Quanten-Vibrationen
Pflanzen wachsen angeblich schneller, wenn man sie mit Musik berieselt. Sogenannte Quanten-Vibrationen sollen sogar Pflanzen vor Krankheiten schützen. Einen ungewöhnlichen Patentantrag hat Joel Sternberger gestellt. Der französische Physiker und Musiker möchte Melodien schützen lassen, die Pflanzen angeblich zum Wachstum anregen können.

Sternberger komponierte die Melodien, indem er die Quanten-Vibrationen, die beim Zusammensetzen eines Proteins aus einzelnen Aminosäuren entstehen, in hörbare Schwingungen überträgt. "Jeder Ton ist ein Vielfaches der Original-Frequenzen, die beim Einbau der Aminosäuren in die Proteinketten entstehen; die Länge des Tons entspricht der Dauer dieses Vorgangs", erklärt Sternberger. Hören die Pflanzen die richtige Melodie, produzieren sie mehr von dem entspechenden Protein - sagt Sternberger. Bei Sternbergers Experimenten soll sich die Musik-Methode als überaus erfolgreich erwiesen haben. Bei einer Musikberieselung von nur drei Minuten am Tag wuchsen Tomaten angeblich zweieinhalb schneller und schmeckten zudem süßer. Außerdem sei eine Infektion der Tomaten verhindert worden, indem bestimmte Virus-Enzyme musikalisch gestooppt wurden.
Bernd Müller, Chip-Sonderheft "Töne, Klänge, Gefühle"

Sonic Bloom
Don Carlson beschäftigt sich seit 1960 mit Musik und Frequenzen - für Pflanzen. Er beschallte Felder mit indischen Ragas, Apfelplantagen mit Vivaldi´s Vier Jahreszeiten und Gemüsebeete mit barocken Kompositionen. Bachs Violinsonaten (unter der wissenschaftlichen Leitung der Universität von Ottawa) steigerten die Getreideernte um 66 Prozent und insbesondere das E-Dur Konzert für Violine Solo von J. S. Bach soll es dem Weizen angetan haben.

Im Koreakrieg stieß Carlson auf das Buch "Guide to Bird Songs" von Aretas Saunders. Dieser untersuchte in den dreissiger Jahren Vogelstimmen mit den ersten audio-spektralanalytischen Meßgeräten und stieß auf weitgehende musikalische Regelmäßigkeiten und Gesetze: Vögel scheinen instinktiv die Töne zu trällern und tirilieren, die Carlson als Wachstumsfrequenzen für Pflanzen ausmacht. Inzwischen hat sich das als Sonic Bloom bezeichnete Verfahren bei vielen Hobby- und Profigärtnern etabliert, die sich (über das Internet) alljährlich neue Fotoserien von Riesenkürbissen, Mega-Erdbeeren und Killertomaten schicken und sich austauschen. Dan Carlson ist überzeugt, dass seine Methode das verborgene Potential eines Samens quasi musikalisch erwecken kann.
 

Zahlreiche Fallstudien belegen die Erfolge bei Emphysemen, kardialen Störungen und Bluthochdruck, chronischen und traumatischen Schmerzen, mentaler Retardierung, Sehstörungen, umweltbedingten Allergien, Knochenwachstums-, Muskel- und Nervenproblemen, Depression und Drogenabhängigkeit - so die offiziellen Publikationen. Im Mittelpunkt der Diagnose steht eine Stimmanalyse des Patienten. Mit Mikrophon, Scanner und einem speziellen Computerprogramm wird sie auf verschiedene Parameter hin untersucht, wobei sich häufig "Lücken" im Frequenzspektrum zeigen. Die Therapie besteht (grob vereinfacht) im Anhören der Tönen, die bei der Diagnose fehlten. Dazu dient ein handlicher, batteriebetriebene Doppelfrequenz-Generator (SMAD) und der Klient wird angehalten, "seine Töne" mehrmals täglich anzuhören, was sich im Lauf der Behandlung reduzieren kann.

Sharry Edwards arbeitet nach eigenen Angaben inzwischen mit Kliniken, Gesundheitszentren und Rehabilitationseinrichtungen zusammen, Untersuchungen mit Sportverbänden, den US-Streitkräften und amerikanischen Hochschulen spiegeln das Interesse wieder. Interessant klingen auch die Ergebnisse über den Einsatz von Signature Sounds zur Dekontaminierung ölverseuchter Böden und die Untersuchungen zur Lebensmittelkonservierung, in den Bereichen Agrartechnik und im Umweltschutz. Das die Wirkung von Musik sich nicht auf Menschen beschränkt, sondern auf die gesamte Natur erstreckt, zeigte sich in der Beschallung von Kühen (mehr Milch), den Pflanzenexperimenten Anfang der Siebziger (mehr Ertrag), den Quanten-Vibrationen von Sternberger und bei Sonic Bloom (siehe Kasten).

Klangliegen und vibrationale Medizin
Musik ist Klang und Vibration. In den Augen der Physiker macht es keinen Unterschied, ob die vibratorischen oder auditiven Rezeptoren stimuliert werden. Beides zusammen ist Vibrationale Medizin, eine junge Disziplin, zu deren Pionieren Olaf Skille gehört. Seine Forschungen wurden vor allem in den USA aufgegriffen und führten zu einem Boom unterschiedlicher "Klangliegen". Vom modifizierten Massagestuhl bis zu computerisierten, kuppelartigen Installationen wie dem Genesis. Olaf Skille: "Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass die mechanischen Schallschwingungen den Körper derart anregen, dass keine Zelle von den Schallwellen unberührt bleibt, die den ganzen Körper durchdringen und sich in ihm ausbreiten". Frequenzen zwischen 30 - 120 Hz haben sich therapeutisch als besonders wirksam erwiesen, positive Resultate liegen bei spastischen Störungen vor, bei schwachem Blutkreislauf und Fibromyalgie, der Behandlung streßbedingter Leiden wie steifer Nacken, schmerzende Schultern, Kopf- und Rückenschmerzen - um nur einige zu nennen. Olaf Skille hat eine Reihe besonders wirksamer Frequenzen zusammengetragen, doch - dies gilt für viele der hier vorgestellten Therapien - darüberhinaus ist einfach ein Vergnügen, auf einer Klangliege Platz zu nehmen und sich von den wohltuenden Schwingungen durchfluten zu lassen. Harmonie beschränkt sich nicht auf Heilung ...

Binaurale und monaurale Schwingungen
Von der vibrationalen Medizin zu einem Verfahren, das in immer wieder unterschiedlichen Variationen aufgegriffen wird und auf die Arbeit des deutschen Forschers H. W. Dove im Jahr 1839 zurückgeht: Binaural Beats (bekannter als "HemiSync", "Brain-Sync" etc). Ihr kommerzieller Wegbereiter war Robert Monroe, Besitzer einer Reihe von Radiosendern und TV-Gesellschaften im Südosten der USA. Monroe machte in den 60er Jahren Erfahrungen mit OBEs (Out of Body Experience) und fing daraufhin an, sich mit der Wirkung unterschiedlicher Frequenzen auf das Bewußtsein zu beschäftigen. Dabei zeigte sich, dass binaurale Töne zwar seit längerem bekannt waren, dass sich aber kein Wissenschaftler jemals mit den psycho-akustischen Auswirkungen beschäftigt hatte. Jonathan Goldman, Gründer der Sound Healers Association (SHA) über die physikalischen Grundlagen der Technik:

"Nimmt man zwei voneinander unabhängige Schallquellen, sagen wir mal eine Stimmgabel mit 100 und eine andere mit 108 Schwingungen pro Sekunde, dann erzeugen beide zusammen einen Ton, der an- und abschwillt - und zwar in einem ganz bestimmten Rhythmus. Dieser Rhythmus ist gleich der Differenz zwischen den beiden zugrundeliegenden Frequenzen, in unserem Fall 8 Hz. Kommen die Frequenzen der beiden Schallquellen getrennt zur Anwendung, je eine für jeweils ein Ohr, dann wird eine "binaurale" Taktfrequenz erzeugt. Diese Taktfrequenz ist an sich gar kein Schall, sondern nur ein Frequenzunterschied zwischen den beiden eigentlichen Tönen. Der Ton wird vom Gehirn selbst wahrgenommen; die binaurale Taktfrequenz wird von den beiden simultan arbeitenden Gehirnhälften erzeugt."

Binaural Beats sind ein wirkungsvoller Weg, die Aktivitäten der Gehirnwellen zu stimulieren und eine Reihe von Untersuchungen unterstreicht ihre Wirksamkeit als Entspannungshilfe über Schmerzreduktion bis hin zur Stimulierung der Immunfunktionen. Da die Produktion von Binaural Beats mit moderner Synthesizer- und Computertechnologie inzwischen relativ einfach ist, verwenden Dutzende von Herstellern dieses Verfahren für ihre Kassetten und CDs. Allerdings, so der EEG-Forscher F. Holmes Atwater, Chef der Forschungsabteilung am Monroe Institute, anmerkt, funktionieren Binaural Beats längst nicht so simpel wie es manche Produzenten gerne hätten. Die Frequenzen allein sind weit weniger wirksam als in Kombination mit rosa Rauschen, Meereswellen oder ähnlichen Frequenzgemischen, darüberhinaus liegt das Know-How im Bereich der wirksamen Frequenzfenster, exakter Phasen- und Harmonieverhältnisse und der "Schichtung" verschiedene Frequenzen übereinander.

Zu den bekanntesten Herstellern Binaural Beat-gestützter Tonträgern zähen Kelly Howell, Tom Kenyon (Acoustic Brain Research), Dr. Jeffrey Thompson (Brain/Mind Research), Michael Hutchison (Megabrain Inc.), Zygon und die Neuro Acoustic Laboratories. Meist verwenden sie Binaural Beats in Kombination mit Hochtonfrequenztönen nach Tomatis, Holophonie, Naturgeräuschen und Sprache (geführte Visualisierungen, Hypnotalk, Trance-Induktionen Suggestionen, Affirmationen und Subliminals). Jonathan Goldman gibt zu bedenken, dass man sich "wie bei allen neuen Entdeckungeh auch hier Gedanken über einen eventuellen Mißbrauch machen muß. Bei einer derart simplen Technik wird es immer leichter Aufnahmen zu produzieren, die eine klangliche Einkoppelung verursachen - und zwar für jeden, der über ein bißchen Equipment verfügt. Die Leichtigkeit, mit der derartige Aufnahmen erhältlich und damit nach freiem Ermessen nutzbar sind, sollte ebenfalls zu denken geben. Ohne vernünftige Forschung und korrekte Untersuchungen könnte hier für eine ahnungslose Öffentlichkeit eine Büchse der Pandora geöffnet werden. Es ist von größter Wichtigkeit, die Langzeitauswirkungen einiger dieser Anwendungsfrequenzen zu beobachten und dann zu entscheiden, ob sie zuträglich oder gefährlich sind."

Weitere Verfahren
Leider reicht der Platz nicht aus, Ihnen an dieser Stelle auch nur einen Überblick über die neuen Klangtherapien zu geben, die in den letzten Jahren entwickelt wurden. Das ich an weder auf Obertonsingen noch auf die Hochtöner Dr. Tomatis und Ingo Steinbach einging, dass weder die esogetische Klangbilder noch Kay Korten und Ludovika Helm, weder Muzak, die Tricks der industriellen Klangdesigner noch die zukunftsweisenden Techniken von Günther Haffelder präsentiert werden konnten, lag lag nur an dem begrenzten Raum. Wer sich selbst einen Überblick verschaffen will, sollte viel Zeit, Geld und gute Englischkenntnisse investieren, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Zum Abschluß möchte ich Ihnen allerdings noch eine Musik vorstellen, die sich weder auf Kassette noch CD aufnehmen läßt, ohne ihre Wirkung einzubüßen. Eine Klangtechnologie, die viele Jahrhunderte lang vergessen war und am 27. April 1972 wiederentdeckt wurde.

Andere Welten unserer Existenz
An jenem Tag ersteigerte der amerikanische Geschäftsmann Daniel K. Statnekov eine Reihe peruanischer Tongefäße (peruvian whistling vessles), die er für antike Grabbeilagen hielt. Als er zufällig in einen der "Schnäbel" dieser Krüge blies, erfuhr der nüchterne Geschäftsmann ohne Neigungen zu Esoterik eine spontane Bewußtseinsveränderung: Statnekov hatte das Geheimnis der peruanischen Krugflöten wiederentdeckt. Der Wissenschaftler Don Wright, inzwischen einer der besten Kenner der peruanischen Krugflöten ist sicher, dass "vor Jahrtausenden eine Technologie entwickelt wurde, die ein wichtiger Bestandteil der verschiedenen peruanischen Kulturen war. Ihre Schöpfer arbeiteten mit ausgesuchten Tönen, die Menschen in das Reich der geistigen Welt transportierte, in andere Welten unserer Existenz."

Der entscheidende Effekt ist weniger der Ton, als vielmehr die körperliche Resonanz zwischen Flöte und Bläser. Aufnahmen haben deshalb keinerlei Effekt auf das Bewußtsein, weil es nicht zu den typischen Vibrationen zwischen den Hohlräumen der Flöte und denen des menschlichen Körpers kommt. Darüberhinaus sind Krugflöten gesellige Instrumente und für ein Konzert bedarf es einer Gruppe von vier, acht oder zwölf Bläsern. Eine typische "Session" dauert zwischen 30 und 60 Minuten; in den ersten sechs Minuten sind die Musiker vor allem nach außen orientiert, in den nächsten sechs Minuten wandert die Aufmerksamkeit langsam nach innen und zuletzt werden die Bläser selbst zur eigentlichen Erfahrung. Es kommt zu einer eigenartigen Verschmelzung der Gruppe, es ist laut Don Wright "das zentrale Erlebnis des Einseins mit den anderen Teilnehmern, das in keinem Zusammenhang mit der materiellen Welt steht. Man fühlt sich auf einer geistigen Ebene als Gleichgesinnte". Ähnliches berichtet Aida Hinojosa, die regelmässig Seminare mit den Krugflöten veranstaltet:

"Mysteriös, tief und eindringlich schwebt der geheimnisvolle Klang der doppel-kammrigen Flöte zwischen meinen beiden Ohren. Innerhalb von Nanosekunden vibriert mein Gehirn mit meinem Atem, durch das fortwährende Blasen intensiviert sich der Sound in eine Vibration .. ich fühle mich außerhalb des Raumes, es ist keine Musik sondern reiner Klang, der eine Brücke zu anderen Dimensionen baut ... hin zum universellen Mind. Es kommt der Punkt, an dem der menschliche Geist frei wird."

So schön kann Musik sein ...

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